Sigmar Gabriel über hybride Angriffe und den Umgang mit Russland | maischberger
Was bedeutet Deutschlands Antwort auf die hybriden Angriffe? Und wie sicher ist Europa? 💻 maischberger in der ARD-Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/mai... 🎧 maischberger als Podcast: https://www.ardsounds.de/episode/urn:... 00:00 Russland testet Europa und die NATO 02:45 NATO-Reaktion und Gefahr einer Eskalation 08:15 Über die Schwäche der Großmächte 13:30 Verteidigung, Sozialstaat und Reformen 18:10 Krise der SPD und deutsche Wirtschaft Angesichts mutmaßlich russischer Destabilisierungsversuche geht Sigmar Gabriel davon aus, dass Moskau Europa und die NATO testen wolle. Es gehe Putin darum, herauszufinden, wie belastbar der Zusammenhalt sei und wie die Staaten auf Drohnenüberflüge, Verletzungen des Luftraums oder mögliche Attentate reagierten. Die Reaktion der Bundesregierung hält Sigmar Gabriel dabei für angemessen, weil sie eine Antwort ermögliche, „ohne dass man selber eskaliert“. Er glaube aber nicht, dass Putin die Sanktionen beeindrucken. Entscheidend sei vielmehr, dass NATO und Europäische Union zusammenhielten und die Unterstützung der Ukraine nicht nachlasse, betont der frühere Außenminister. Bei der Frage nach einer möglichen weiteren Eskalation warnt Gabriel vor Fehleinschätzungen. Niemand könne vorhersagen, wie weit Russland zu gehen bereit sei und welches Risiko Moskau in Kauf nehmen wolle. Zugleich sprächen die militärischen Erfolge Russlands in der Ukraine nicht dafür, dass das Land unmittelbar vor einer Auseinandersetzung mit der NATO stehe. Dennoch sollten diplomatische Gesprächsangebote an Moskau nicht ausgeschlagen werden, so Gabriel. Wenn Putin erkläre, er sei bereit, mit jedem Europäer über eine Beendigung des Krieges zu sprechen, müsse Europa dieses Angebot zumindest prüfen. „Das Risiko ist, dass er uns genauso vorführt, wie die Amerikaner und trotzdem weitermacht.“ Aber nichts zu tun, obwohl es ein solches Angebot gebe, hält Gabriel für falsch. Mit Blick auf die USA und die großen geopolitischen Akteure bezeichnet Gabriel die internationale Lage als zunehmend instabil. Die Vereinigten Staaten stünden außenpolitisch „sehr schwach“ da; zugleich seien auch China und Russland nicht so stark, wie sie sich darstellten. Internationale Krisen würden derzeit zunehmen, doch die Fähigkeit der großen Mächte zur Zusammenarbeit würde abnehmen. Das bereite ihm Sorgen, denn Themen wie die Klimakrise, Pandemien und nukleare Proliferation erforderten internationale Kooperation. Er warnt: „Das alles führt so viel Unsicherheit in die Welt, dass die Europäer sich ziemlich wappnen müssen, dass sie da nicht erwischt werden.“ Bei der Verteidigungspolitik hält er höhere Ausgaben für gerechtfertigt und räumt zugleich ein. Als über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung diskutiert worden seien, habe kaum jemand mit einem umfassenden Krieg in der Ukraine gerechnet. „Wir haben uns bitter geirrt und den Fehler wollen wir nicht nochmal machen.“ Auch innenpolitisch plädiert Sigmar Gabriel für einen Ausgleich zwischen Verteidigung und sozialer Sicherheit. Die aktuelle Debatte stelle nicht tatsächlich die Alternative „Rente oder Elterngeld oder Verteidigung“ auf. Die sozialen Sicherungssysteme gerieten unabhängig von den zusätzlichen Verteidigungsausgaben wegen der demografischen Entwicklung und der wirtschaftlichen Lage unter Druck, betont der. Reformen hält er daher für notwendig, diese dürften die Gesellschaft aber nicht auseinandertreiben. Ein Austausch der Parteivorsitzenden ändere allerdings weder die demografische Entwicklung noch die Bedrohung durch Russland oder die Probleme der Krankenversicherung, sagt Gabriel mit Blick auf die andauernde Personaldebatte. Vorrang müsse die wirtschaftliche Entwicklung haben. Die Regierung solle „deutlich mehr Kraft“ darauf verwenden, die deutsche Wirtschaft von ihren über Jahrzehnte entstandenen Fesseln zu befreien. Die Sendung vom 01.09.2026 in der Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/mai... Alle Sendungen in der ARD-Mediathek: https://www.ardmediathek.de/sendung/m... Außerdem zu Gast waren: Ricarda Lang, B‘90/Grüne (ehemalige Parteivorsitzende) Ulf Poschardt (Journalist und Autor) Markus Preiß (Leiter ARD-Hauptstadtstudio) Nicole Diekmann (ZDF) Ijoma Mangold (Die Zeit) X: https://x.com/maischberger #ARD #talk #maischberger #Leipzig #NATO #Russland #Ukraine #USA

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