Helgoland ist nicht das, wofür du es hältst

In der gesamten Deutschen Bucht besteht der Untergrund auf Dutzende Meter aus Sand und Schlick. Helgoland ist die einzige Stelle weit und breit, an der harter Fels die Oberfläche erreicht — und dieser rote Buntsandstein müsste nach normaler Lagerung rund dreitausend Meter unter dem Meeresboden liegen. Ungefähr so tief, wie die Zugspitze hoch ist. Fünfzehn Fakten, rückwärts gezählt: über ein Meer aus dem Perm, das eintrocknete und Salz zurückließ, über die Eigenschaft von Salz, unter dem Druck von Kilometern Deckgebirge plastisch zu fließen und dabei das gesamte Deckgebirge mit nach oben zu drücken, über rund vierhundertfünfzig solcher Salzstrukturen im Untergrund Norddeutschlands, über einen Gletscher, der das entstandene Massiv wieder abhobelte, und über den achtzehnten April neunzehnhundertsiebenundvierzig, als sechstausendsiebenhundert Tonnen Sprengstoff auf einmal gezündet wurden und die Insel trotzdem stehen blieb. Zur Einordnung: Ob sich das Salz unter Helgoland heute noch bewegt und wie schnell, ließ sich aus den zugänglichen Quellen nicht klären, und das wird im Video ausdrücklich so gesagt. In der Fachliteratur wird die Struktur als Salzkissen bezeichnet, nicht als Salzstock, und ein Teil der Darstellungen geht davon aus, dass der Aufstieg längst abgeschlossen ist. Auch die alte Erzählung von riesigen mittelalterlichen Landverlusten gilt heute überwiegend als künstlerische Übertreibung historischer Kartenzeichner. Bild- und Videomaterial dient der Illustration und wird im Rahmen des Zitatrechts nach Paragraf einundfünfzig UrhG sowie nach Fair-Use-Grundsätzen genutzt. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Urhebern. Bei Beanstandungen genügt eine kurze Nachricht. #Helgoland #Nordsee #Buntsandstein #Geologie #LangeAnna